Tiergesundheit
Natürlich steht die Gesundheit unserer Tiere an allererster Stelle. Artgerechte Haltung in gemischten Gruppen im Offenstall ist für uns ebenso selbstverständlich wie art- und leistungsgerechte Ernährung. Naturheilkundliche Behandlungen und Barhufpflege sind für uns genauso an der Tagesordung wie Bodenarbeit und Reharabeit. Seminare diesbezüglich bieten wir an unter HORSEPARTNERSHIP.
Nicht nur bei unseren eigenen Tieren, sondern auch bei allen von uns angebotenen Ausbildungen als "Zertifizierte Ausbildungsstätte für die Tierheilpraktikerausbildung und Lehr- und Ausbildungszentrum der ADT im FVDH e.V." liegt unser Hauptaugenmerk immer darauf, den Schülern verantwortungsvolles Handeln und ganzheitliche Sicht zu vermitteln.
Unter Ganzheitlichkeit verstehen wir nicht nur Einbeziehung von Körper, Geist und Seele in die unterschiedlichsten alternativen Therapieformen wie Homöopathie, Naturheilkunde, energetisches Arbeiten sondern auch artgerechte Haltung, Kenntnis von Verhalten, Körper- und Lautsprache, Tier-Halter-Beziehung, Ernährung und Erziehungs- bzw. Verhaltenstrainings.
Ferner ist es uns auch wichtig, die Kooperation mit anderen Tiertherapeuten und Schulmedizinern zu lehren, denn alternative Naturheilkunde ist keine Abwendung von der Schulmedizin.
Bei unserer Zucht legen wir Wert auf gesunde Tiere, das steht für uns in absolutem Vordergrund. Darum sind auch all unsere Zuchtpferde auf Erbkrankheiten getestet. Sie leben artgerecht im Herdenverband, ganzjährig im Offenstall und erhalten art- und leistungsgerechtes Futter.

Auszug aus dem Erbkrankheiten
SCID
Die
schwere kombinierte Immundefizienz (severe combined immunodeficiency) ist eine
autosomal rezessiv vererbte Immunschwäche beim Arabischen Vollblut. Sie
ist charakterisiert durch das vollständige Fehlen der spezifischen Immunabwehr
(B- und T-Lymphozyten) und führt bei betroffenen Araber-Fohlen zu schweren
Infektionserkrankungen mit tödlichem Ausgang. Als Ursache der Erkrankung
konnte eine Deletionsmutation (= Basenverlust) im DNA-PK Gen nachgewiesen werden.
Aufgrund des autosomal rezessiven Erbgangs erkranken nur Fohlen, die reinerbig
zwei Kopien des SCID-Gens tragen (SCID-ss). Solche Fohlen können aus der
Verpaarung zweier klinisch unauffälliger Anlageträger (SCID-Ss) hervorgehen.
Heterozygote Anlageträger selbst hingegen können die krankheitsauslösende
Mutation vererben, zeigen aber keine klinischen Symptome und sind deshalb phänotypisch
nicht von reinerbig SCID-gesunden Pferden (SCID-SS) zu unterscheiden.
Studien aus den USA belegen, dass etwa 8% aller Araberpferde Anlageträger
für diese Erkrankung darstellen; deshalb ist der SCID-Gentest grundsätzlich
bei allen Araberpferden vor einer geplanten Zuchtverwendung zu empfehlen.
CA
Die
Cerebelläre Abiotrophie (CA) des Pferdes ist eine erblich bedingte neurologische
Erkrankung des arabischen Vollblutes mit autosomal rezessivem Erbgang. Betroffene
Tiere erscheinen kurz nach der Geburt zunächst noch gesund, weisen jedoch
häufig im Alter von wenigen Wochen bis Monaten bereits erste Anzeichen
eines beginnenden Nervenzelluntergangs im Kleinhirnbereich auf.
Erkrankte Fohlen zeigen eine Reihe motorischer Ausfälle unterschiedlichen
Ausprägungsgrades mit Gleichgewichtsstörungen, ataktischem Gang, Kopfzittern
(Intentionstremor), Hyperaktivität, Schwierigkeiten beim Aufstehen und/oder
Rückwärtsrichten sowie Defizite in der räumlichen Koordination
mit Laufen gegen Hindernisse oder andere Pferde. Aufgrund der nur eingeschränkten
Nutzbarkeit und des erhöhten Risikos für Unfälle und Verletzungen
müssen betroffene Tiere oft euthanasiert werden.
Durch den Nachweis einer mit der CA-Erkrankung assoziierten Mutation im TOE1-Gen
ist es nun möglich, betroffene Tiere sowie potentielle Träger der
Erkrankung zu identifizieren.
HERDA
Hereditary equine regional dermal asthenia (HERDA) ist eine degenerative Hauterkrankung, die QH-Zuchten betrifft. Innerhalb der Population liegt die Träger-Frequenz der autosomal rezessiv vererbten Erkrankung bei ca. 1.8 6.5%.
Fohlen werden normalerweise symptomfrei geboren; Hautareale, die später Läsionen entwickeln, sind fokal und uneinheitlich über den Körper verteilt. Hauptsächlich betroffen ist allerdings die Rückenpartie und folgerichtig wird die Erkrankung oft erst entdeckt, wenn die Pferde unter den Sattel kommen mit ca. 2 Jahren.
Die
Haut der betroffenen Pferde ist extrem überdehnbar, narbig und weißt
oft schwere Läsionen auf.
Histologische Untersuchungen können vereinzelt nur Hinweise auf die Erkrankung
geben, diese aber nicht diagnostizieren.
HYPP
Muskulatur,
die mit anfallsartigen Muskellähmungen und/oder Muskelzittern bis hin zum
Kollaps des Tieres einhergeht.
Die auch als 'Impressive Syndrom' bekannte Erkrankung, wurde durch den starken
Deckeinsatz des amerikanischen Zuchthengstes Impressive und seiner direkten
Nachkommen in den Rassen Quarter Horse, Paint, Appaloosa und US-Pony weit verbreitet.
HYPP wird durch einen einzigen Basenaustausch im Genom des betroffenen Tieres
verursacht, der zu einer gestörten Funktion des Na+-Kanals der Muskelzellen
und damit zu unkontrollierten Kontraktionen der gesamten Muskulatur führt.
Derartige Anfälle können durch Stresssituationen (Transport, Rekonvaleszenz,
etc.) und hohe Kalium-Ionen-Spiegel im Blut (kaliumarme Diät halten!) hervorgerufen
bzw. verstärkt werden. Mischerbige Tiere (h/H) zeigen oft mildere Symptome,
als reinerbige Träger des HYPP-Gens (H/H).
Mit Hilfe des Gentests können mischerbige Tiere (h/H) unabhängig von
der klinischen Symptomatik sicher von reinerbig gesunden Tieren (h/h) und reinerbig
betroffenen Tieren (H/H) unterschieden und aus dem Zuchteinsatz genommen werden.
PSSM
PSSM
ist eine das Pferd schwächende bis möglicherweise lebensgefährdende
Glykogen-Speicher-Krankheit, die in verschiedenen Pferdezuchten verbreitet ist.
Betroffen sind v.a. QH, American Paints, Appaloosas, aber auch Zugpferde sowie
Warmblüter und Kreuzungen aller genannten.
Gekennzeichnet ist die Erkrankung durch die Anhäufung anormaler Polysaccharide
wie auch die übermässige Anhäufung normaler Zucker im Muskel.
Die klinischen Symptome sind kreuzverschlagähnlich und umfassen
die gesamte Bandbreite von Bewegungsunlust, Muskeltremor, Muskelsteifheit, Schwitzen,
wechselnde Lahmheiten, Ausstrecken der Hinterbeine bis hin zur Bewegungsunfähigkeit.
Die Episoden beginnen meistens nach 10-20 Minuten leichter Arbeit. Die Muskeln
der v.a. betroffenen Hinterhand sind oft hart und schmerzen. Viele Pferde haben
eine Vorgeschichte wiederholter Phasen von Muskelproblemen. Bei ausgeprägter
Symptomatik kann es zur Myoglobinurie und evtl. daraus resultierenden Nierenproblemen
kommen.
Insgesamt wird PSSM für einen Grossteil der neuromuskulären Erkrankungen
in den betroffenen Zuchten verantwortlich gemacht.
Quellen www.genecontrol.de und www.laboklin.de